“Sachsen-Anhalt wird international sichtbarer Leuchtturm der Bio-Ökonimie”

Quelle: Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft – Pressemitteilung Nr.: 002/2012 Magdeburg, den 19. Januar 2012

Initiative „BioEconomy“ wird Spitzencluster / 40 Mio. € Förderung vom Bund Wolff: „Sachsen-Anhalt wird international sichtbarer Leuchtturm der Bio-Ökonomie“

Die Initiative „BioEconomy“ aus Sachsen-Anhalt und Sachsen gehört zu den fünf Siegern im dritten Spitzenclusterwettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Das Projekt, das sich auf die stofflich-chemische Verwertung von Biomasse konzentriert, kann damit in den nächsten fünf Jahren mit Fördermitteln von bis zu 40 Millionen Euro vom Bund rechnen. Hinzu kommt noch einmal die gleiche Summe von der privaten Wirtschaft. Zu den mehr als 60 „BioEconomy“-Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft gehören Chemieunternehmen wie die Total AG oder die Linde AG sowie auf wissenschaftlicher Seite das Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP Leuna, das Deutsche BiomasseForschungsZentrum und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig. Insgesamt waren 24 Wettbewerbsbeiträge eingereicht worden, 11 davon standen im Finale.

„Durch den Sieg im Spitzenclusterwettbewerb wird Sachsen-Anhalt und insbesondere der Chemiestandort Leuna zu einem national und international sichtbaren Leuchtturm der Bio-Ökonomie“, freut sich Sachsen-Anhalts Wissenschafts- und Wirtschaftsministerin Prof. Birgitta Wolff über die heute vom BMBF bekanntgegebene Entscheidung und gratuliert zugleich den Projektpartnern. „Nachwachsenden Rohstoffen gehört die Zukunft. Auch in der Chemieindustrie wird die stoffliche Nutzung von Biomasse aufgrund der Endlichkeit fossiler Rohstoffe auf lange Sicht eine große Rolle spielen. Das Spitzencluster ‚BioEconomy’ und das bundesweit einmalige Fraunhofer-CBP Leuna bieten gute Chancen, dass Sachsen-Anhalt in diesem Bereich wirtschaftlich und technologisch in der ersten Liga mitspielt.“ So werde der zeitliche Vorsprung bei der Umstellung bzw. Ergänzung der Rohstoffbasis von petrochemischen zu nachwachsenden Rohstoffen zu erheblichen Wettbewerbsvorteilen führen. Wolff: „Hinzu kommt die Chance auf Ausgründungen und Ansiedlungen aus der Chemie- und Holzindustrie sowie dem Maschinen- und Anlagenbau.“

Hintergrund: Der Wirtschaftsbereich Bio-Ökonomie umfasst alle wirtschaftlichen Sektoren, die biogene Ressourcen mit physikalischen, chemischen und biotechnologischen Verfahren veredeln, um Vor-, Zwischen- und Endprodukte herzustellen. Der regionale Schwerpunkt des Spitzenclusters BioEconomy befindet sich in den Bundesländern Sachsen-Anhalt (Holzregion Südharz, Chemiedreieck) und Sachsen (Leipzig, Dresden) Weitere Informationen unter: www.bioeconomy.de Die Gründung des CBP geht auf eine gemeinsame Initiative des Wirtschaftsministeriums, der Fraunhofer-Gesellschaft sowie der Standortgesellschaft InfraLeuna zurück. Bis Mitte 2012 soll auf mehr als 2.000 Quadratmetern eine Bioraffinerie aus insgesamt fünf Prozessanlagen entstehen, in denen in Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft die stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe im industriellen Maßstab erforscht werden soll. In das Kernprojekt des CBP werden rund 50 Millionen Euro investiert. Das Land Sachsen-Anhalt stellt davon 20,1 Millionen Euro sowie zusätzlich 6 Millionen Euro als Anschubfinanzierung für die Fraunhofer-Projektgruppe zur Verfügung. Das CBP wird von den Fraunhofer-Instituten für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB (Stuttgart) sowie für Chemische Technologie ICT (Pfinztal) gemeinsam errichtet und betrieben. Im ersten Spitzenclusterwettbewerb des BMBF hatte sich mit dem „Solarvalley Mitteldeutschland“ im Jahr 2008 bereits eine Initiative aus Sachsen-Anhalt durchgesetzt.

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